Über den KRR
Was sind die aktuellen Tätigkeiten des KunstRaumRhein?
Der KunstRaumRhein organisiert eine Serie von Gesprächsrunden, möglichst zwei mal jährlich zu zeitaktuellen Themen, für die Referenten aus Wirtschaft, Sozialem, Kunst und Wissenschaft angesprochen und gewonnen werden sollen.
Hierbei dient der KunstRaumRhein als Vermittlungsplattform und wird im Verbund mit anderen Kulturgestaltern verstanden.
Was ist die Absicht und was sind die Visionen, die hinter den Gesprächsrunden stehen?
Die Vision für die Gesprächsrunden verbindet den allgemein-menschlichen Aspekt des Beredens und Besprechens geronnener Missstände zu Erneuerungsideen mit fachkompetenten Beiträgen, die eine Richtung geben, Anregungen geben, Austausch gewähren, die eine interessierte Öffentlichkeit miteinbeziehen will. Das bedeutet Ringen um Lösungen, Machbarkeiten aus der allgemeinen Betroffenheit.
Wie entstand die Idee?
Die Gesprächsreihe entspringt den Anfragen aus dem Umgang mit Gästen aus dem Kulturbetrieb. Die aufkeimenden Fragen wurden im „Salongespräch“ wacher Zeitgenossen gesammelt und später nach Themenschwerpunkten behandelt. Die Welt ist unser aller Thema und Veränderungen beginnen bestenfalls bei uns selbst. Unser gemeinnütziger Verein versteht sich im weitesten Sinne als Kulturfaktor in Zusammenarbeit mit den Geistes-Wissenschaften, um im Sozialen neu gestalten zu können.
Wissenschaft und Kunst werden als ein Idealpaar verstanden.
Interdisziplinär kristallisiert sich der Wunsch nach Austausch und Anteilnahme an den Sorgen der Welt, die auch durch die Globalisierung zusammengerückt ist. Wir müssen uns auseinandersetzen. Jeder Versuch, sich Problematiken zu entziehen wird zu einem Bumerang. Wir sind mehr denn je darauf angewiesen, uns als Menschheit zu verstehen und uns gegenseitig zu helfen.
Rudolf Steiner und die Idee der sogennanten Dreigliederung lebt in vielen Menschen durch die Wirtschafts-Krise wieder auf. Wir haben in anthroposophischen Einrichtungen in besonderen Formen gelebt und gearbeitet mit dem Versuch, jenseits von Konkurrenz und Gier miteinander zu leben und zu arbeiten. Dabei wurden auch leidvolle Erfahrungen gemacht. Es gelang nicht immer als zukünftiges System sich in einem zunehmend versklavenden zu etablieren.
Wieviel Gespräche sind geplant, in welchem Rhythmus, mit wem...?
Planung ist sicherlich notwendig. Der KRR möchte sich allerdings vorbehalten, Frei-Raum zu schaffen. Das begünstigt geistesgegenwärtiger und spontaner agieren zu können, wenn man ein Mensch mit wachem Interesse an der Zeitproblematik ist.
So versteht sich der KRR als Transporteur von Themen durch die Vielfalt von Menschen.
Die TAROK-INITIATIVE, die ja eine wesentliche Säule des KRR ist, ist seit Beginn ermutigt durch die Korrespondenz mit unserer Aussenministerin
Micheline Calmy-Rey, die ihr Interesse bekundet hat, weil sie unsere Bemühungen als ein Engagement für den Frieden ansieht.
Sie wird zusammen mit Prof. Dr. Ueli Mäder und Dr. Chr. Spenlé von uns zu Friedens - und Konflikt Themen angefragt. Zur Zeit dreht sich alles um das Thema Minarettverbot und Religionsfreiheit.
Warum durch KunstRaumRhein?
Der KRR ist Veranstalter, der den Freiraum für interdisziplinäre Kolloquien anbietet zu zeitgenössischen Themen. Wichtig ist zu notieren, dass wir kontinuierlich in beweglichen Räumen arbeiten.
Die Galerie und Geschäftsstelle waren lokalisiert im Schifferhaus Basel. Seit dem Verkauf dieses Anwesens der Stadt müssen wir flexibel sein. Sollte es eine Unternehmung erfordern, dass wir 100 Plätze und mehr brauchen oder eine Ausstellung konzipieren, mieten wir geeignete Räume an. Basel bietet viele Möglichkeiten.
Die Universität Basel z.B. ist ein besonders geeigneter Platz für unsere Kolloquien.
Für den Menschen der Zukunft scheint es immer wichtiger zu werden, Vertrauen auch dort aufzubringen, wo übliche Sicherheiten nicht mehr tragen. Wir müssen umdenken und umfühlen.
Kooperationen verstehen sich von selbst.
Was erhoffen Sie sich?
Weiterhin den Anforderungen des Alltags durch die Verfeinerung der Sinne gewachsen zu sein und das Mitgefühl nicht zu verlieren für diejenigen, die in Not sind.
Durch Liebesfähigkeit kann die Substanz geschaffen werden, die wirklich stärkend und tatkräftig in das soziale Leben erneuernd einwirkt. Ein Schiff dazu ist die Kunst als Kraftwerk neuen Denkens und Fühlens.
Nun, das Geld! Sponsoren zu finden in Zeiten wie diesen wird nicht unmöglich sein. Kultur und Bildung sind keine Luxusartikel, sie sind lebensnotwendig. Deshalb müssen sie gerade in Zeiten wie diesen wesentlich gefördert werden, damit wir seelisch nicht verroht auf der Strecke bleiben.
Wir hoffen, dass zu den bisherigen Förderern noch einige hinzukommen. Für jede gedankliche und finanzielle Unterstützung danken wir sehr herzlich.
Dorothée Deimann (Präsidentin und Schriftstellerin)
Simon Mugier (Geschäftsführer und wissenschaftlicher Mitarbeiter)
KunstRaumRhein
Basel, Juni 2006, aktualisiert Februar 2009




